Tongueing

Das ist mal ein Anglizismus, der mir gefällt. Er gefällt mir zumindest besser, als das deutsche Wort „Zungenschlag“. Letzteres klingt irgendwie brutal und weder wird hier die Zunge geschlagen, noch schlagen wir mit der Zunge zu!

Man möge mir deshalb die Benutzung des englischen Begriffs „Tongueing“ erlauben, verzeihen. Wie auch immer. Beide Begriffe meinen das gleiche: wie stoße ich mein Blatt, wo mit der Zunge an!

Und genau das ist eine Frage, die ich nicht nur von Anfängern höre, sondern auch immer wieder von fortgeschrittenen Schülerinnen. Damit geht auch meist -unbewusst- die Soundfrage einher. Das nur mal so nebenbei.

Wie bei so vielen Dingen auf dem Saxophon, ist auch das Anstoßen, wie und wo eine individuelle Sache. Deshalb ist weniger das „Wo“ die Frage, als das „wie“. Denn das „wie“ kannst du üben.

Wo stoße ich das Blatt mit der Zunge an? Ganz einfach: Nimm‘ Das Saxophonmundstück in den Mund. Finde heraus, wie weit du für ein angenehmes Spielgefühl und einen Klang, der dir gefällt, das Mundstück in den Mund nehmen musst. So ergibt sich automatisch die entsprechende Stelle, an der die Zunge auf das Blatt trifft. Dabei ist die Zungespitze genauso von Bedeutung wie der mittlere Teil der Zunge.

Experimentiere auch mal, ob du das Mundstück etwas weiter in den Mund rein oder raus nehmen möchtest.

Wie du nun das Blatt anstößt, das kannst und musst du üben. Im Blogskript habe ich dazu einige Übungen aufgeschrieben.

Zuallererst aber eine wichtige und schöne Vor- oder Trockenübung: das Singen einer Melodie, Rhythmik oder Phrase mit verschiedenen Silben.

Nutze, für jede Artikulation immer dieselbe Silbe. Ich gebe hier folgende vor:

Notiert dann so:

Wenn du nun also einen Song vor dir hast mit diversen Artikulationszeichen, singst du diesen erstmal phrasenweise mit obigen Silben. Achte darauf, dass du wirklich immer die selben Silben benutzt. Du bringst dich sonst selbst durcheinander.

Danach „darfst“ du den Song auf deinem Instrument spielen und “sprichst“ dabei die selben Silben. Denn deine Zunge macht beim Sprechen, wie beim Spielen, die gleiche Bewegunng!

Und nun, viel Spaß beim Üben, Spielen und Akzentuieren!

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Im passenden Blogskript findest du Übungen zum Thema, sowie eine kleine Etude.

Die Übungen habe ich alle in einer einzigen Tonart geschrieben, in einer C-Dur-Pentatonik.

Dafür gibt es zwei Gründe:

  1. Die Pentatonik ist sehr eingängig, hast sie evtl. schon x-mal gespielt. So kannst du absolut fokussiert die entsprechende Akzentiuierung üben.
  2. Es handelt sich harmonisch um eine einfache Sache. Du hörst beim Spielen der unterschiedichen Aktenzuierungen, wie unterschiedlich und auch abwechslungsreich eine Pentatonik gestaltet werden kann. Als kleine Anregungen für eventuelle Improvisationen: du nbenötigst nicht viele harmonische Mittel, um interessante Musik zu spielen!