Der heutige Blog wird ein wenig praktischer werden, mit Übungen bezüglich der Tonbildung.

grosskopf live m. TablaScoop

“Welches Mundstück, welche Blätter soll ich denn spielen, um einen großen Ton zu bekommen?”

“Mein großes Idol XY spielt diese und jene Blatt-Mundstück-Kombination, aber bei mir klingt das nicht so.”

Wie oft, habe ich die beiden oberen Sätze schon gehört. Ich antworte dann meistens: “Wenn ich mir die Schuhe von Usain Bolt anziehe, erlaufe ich mir auch keinen Olympiasieg über100 Meter, oder?”

Also muss ein großer, schöner Ton woanders herkommen. Aber woher?

Ganz wichtig ist hierbei die Visualisierung. Einige von Euch kennen die Visualisierung aus der Meditation, den verschiedenen Kampfkünsten und anderen Sportarten.

Visualisation ist nichts anderes, als sich gewisse Dinge vorzustellen.

Bei allen Tonübungen und Einblasübungen, die du machst, stell’ dir einfach einmal vor, dass beim Luftholen dein Körper eine einzige große Lunge ist. Deine Kapazität und Power zum Einatmen und wieder abzugebende Menge an Luft in dein Instrument ist damit stabiler und energiereicher.

Also denke beim Luftholen, dass du in deinen gesamten Körper bis in den kleinen Zeh einatmest!

Beim Ausatmen, bzw. Blasen ins Saxophon stelle dir vor, du musst den gesamten Raum, in dem du gerade spielst mit Sound füllen, bis in den letzten Winkel. Verwechsle bitte nicht das Füllen des Raums mit Ton, mit einer hohen Lautstärke. Auch leise Töne können einen Raum füllen!

Um über das gesamte Instrument einen stabilen Ton zu erreichen, der im oberen Register nicht abflacht, dünner und leiser wird, singe mal zuerst, bevor du spielst!

Jeder Mensch kann mit seiner Bruststimme und Kopfstimme singen: singe den tiefsten Ton, den du singen kannst. Anschließend gehst du von diesem Ton aus bis zu deinem (mit Kopfstimme gesungenen) höchsten Ton. Du singst nicht sauber jeden einzelnen Ton, sondern ziehst die „Tonleiter“ eher wie eine Art Glissando von unten nach oben.

Anschließend spielst du über dein Saxophon vom tiefsten bis zum höchsten Ton.

Dasselbe macht du mit den Tonleitern, die du momentan übst. Wenn du grade keine Tonleitern in Bearbeitung hast, nimm dir der Einfachheit halbe eine Durtonleiter vor, die für dich auch gut zu singen ist: singe die Tonleiter über ein bis zwei Oktaven, dann erst spielst du sie.

Bei all diesen Übungen mache dir keine Gedanken über deine Singstimme. Sie klingt, wie sie klingt!

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