In diesem Blogpost möchte ich erläuten, wie ich mir die physischen Grundsätze des TaiChi in der Musik zunutze gemacht habe. Denn von den ersten Gehversuchen in dieser Kampfsportart an, habe ich gemerkt wie wichtig die Übertragung der Körperhaltung auf das Saxophonspiel ist.

Im TaiChi geht es zunächst darum, den Körper in eine entspannte Haltung zu bringen, um das Chi (u.a. als Energiefluss im menschlichen Körper definiert) am Fließen zu halten. Dieser Aspekt ist für das Musizieren nicht unwesentlich, benötigen wir doch auch einige Enegie, um unser Instrument zu spielen. Ja, ich weiß, jetzt kommt dann gleich der Gedanke, was das nun für eine esoterische, spirituelle Spinnerei ist….wir wollen doch nur spielen 😉

Also dann mal ganz nüchtern und rein auf die Physis bezogen, mach mal folgenden Selbstversuch:

  • stell dich kerzengerade hin, Rücken so gerade, als ob du einen Besenstiel im Rücken hättest
  • Kopf und Kinn geradeaus, Hals gerade (denk an den Besenstiel)
  • Arme angespannt, Ellenbogen durchgestreckt an den Körper gelegt
  • Beine und Knie durchgedrückt
  • Füße exakt nebeneinander, sodass diese sich berühren

So bleibst du jetzt mal zwei, drei Minuten stehen. Beobachte, was passiert. Fühlst du dich wohl?

Entspanne dich kurz und begieb‘ dich nun wieder in die eben beschriebene Haltung und spiel‘ dein Instrument.

….und als Nächstes machste dich mal locker! Schüttle Arme und Beine aus.

  • stell dich gerade hin, lasse die Schultern hängen
  • Kopf und Kinn gerade, Hals gerade. Stell‘ dir dabei vor, an deinem Kopf ist ein Schnur angebracht, die nun nach oben zieht (ähnlich, wie bei einer Marionette)
  • Arme locker hängen lassen, Ellenbogen nicht durch-/überstrecken
  • Beine und Knie nicht durchdrücken, leicht gebeugt halten
  • Füße schulterbreit auseinander

So bleibst du nun für einige Minuten stehen und beobachtest, wie sich das anfühlt, wie du dich fühlst. Nun nimmst du dein Sax in die Hand und spielst!

Vergleiche mal hinterher beide Haltungen und wie sich das Musizieren dabei angefühlt hat. Nimm‘ einmal auf, was du mit jeder der beiden Haltungen gespielt hast. Was klingt besser, leichter, flüssiger?

Man muss nun nicht TaiChi lernen, um sich die positiven Aspekte dessen zu eigen zu machen. Bevor du anfängst zu üben und zu spielen, mache einfach die letztere der beiden oben beschriebenen Haltungsübungen. Fertig!

Mehr dazu gibt’s auch im SaxWorkout!

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