Ich hätte den Blog auch mit der Überschrift „Groove“ versehen können. Aber da ich dich ja zum Lesen animieren wollte…

Aber was hat nun das Synchronisieren mit dem Groove gemein? Was ist überhaupt ein Groove? In meinen frühen Musikerjahren kam ich, nachdem ich den einen oder anderen Kollegen um eine Definition bat, zum Schluss: die einen sagen so, die anderen wissen’s auch nicht besser!

Nein, Scherz beseite. Im Prinzip gibt es zwei Arten den Groove zu definieren: einmal ist ein Groove ein Lick oder Pattern, das x-mal wiederholt wird, meist sehr rhythmisch daher kommt. Zum Zweiten bezeichnet der Groove eine Art Synchronisierung der einzelnen Musiker im Puls eines Songs.

Ins Deutsche übersetzt meint Groove, Furche, Rille oder Rinne. Das trifft’s! Wenn sich alle Musiker in derselben Rille bewegen, groovts!

Alle am Spiel Beteiligten und hoffentlich auch das Publikum, spüren und bewegen sich im gleichen Puls. Das ist dann auch der Moment, in dem der berühmte Funke überspringt.

In der Musik ist das oftmals nicht so vordergründig zu hören. Der Groove hat immer so etwas leicht Mystisches, man kann schlecht erklären was es ist, es ist da. Bei guten Bands, Ensembles und Orchestern immer, bei allen anderen von Zeit zu Zeit.

Du hast doch sicherlich schonmal so eine Rudercrew gesehen. Der berühmte „Deutschland-Achter“. Da gibt’s immer einen Steuermann oder -frau. Die hocken hinten, sehen als Einzige wo’s langgeht. Dennoch sind diese nicht (nur) dazu da, die Richtung anzusagen und brüllen doch unentwegt.

Die brüllen den Jungs und Mädels an den Rudern den Rhythmus, den Puls vor, damit die Sportler synchronisiert sind, eben grooven! Bei chinesischen Drachenbooten haut der Mensch am Steuer auf’ne Trommel.

Und was brüllen die Steuerleute da eigentlich genau? Sind das komplexe Befehle oder kryptische Anweisungen? Nein. Es ist ganz einfach dasselbe, was ein Metronom uns Musikern vorgibt: die Viertel oder auch die betonten Zählzeiten eines Taktes.

Was ist nun die Aufgabe des Ruderers? Das kunstvolle Eintauchen des Ruders? Besonders formschöne Bewegung beim Rudervorgang? Sicher nicht. Er / sie muss einfach im Puls, synchron mit seinen KollegInnen das Ruder ins Wasser hauen, um die Kraft und somit Geschwindigkeit auf’s Boot zu bringen.

Für uns Musiker: wir müssen zusammen im Puls der Musik unsere Melodien, Rhythmen synchronisieren. Der dadruch entsehende Groove gibt jedem Musikstück, egal welchen Stils diese besondere Magie, die sich nicht definieren lässt.

P.S.: In meinem Lehrbuch GROOVE HORNS geht es schon seit der ersten und nun auch in der brandneuen überarbeiteten Auflage eben um genau diese eine Sache: den Puls fühlen, spielen und weitertragen. Es geht nicht darum komplexe Rhythmen rauszuballern. Spiel erstmal mit dem Metronom. Das kann auch Spaß machen….versprochen!

Hier mal eine kleine Kostprobe zum Downloaden.

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