Als ich im zarten Alter von 17 Jahren anfing Saxophon zu spielen, hatte ich einen sehr guten fundierten Unterricht an der Musikschule meiner Heimatstadt. Einen Lehrer der wusste, was er tat, sagte und vermittelte.

Durch die Art und Weise, wie er im Unterricht den Stoff und die Musik vermittelte, brauchte es für mich keinen Übplan. Ich bekam Übungen an die Hand, aber hauptsächlich spielten wir Stücke und begannen zu improvisieren.

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Nachdem mein erster Saxlehrer die Schule in Richtung Spanien verlassen hatte (ich kann’s verstehen, Barcelona ist einfach eine tolle Stadt!) kam ein völlig anderer Typus Lehrer: selbst noch Student, ließ er mich erstmal einen dicken Schinken an Technikbuch kaufen, wir gingen sukzessive und planvoll durch die Themen, die mein Lehrer für wichtig und richtig hielt. Er stand total auf Fusion und da ist Technik halt wichtig!

Anschließend hatte ich einen Lehrer, der mich durch die Dinge führte, die für mich interessant und wichtig waren für die Vorbereitung auf das Musikstudium. Er vermittelte mir, ähnlich wie mein erster Lehrer die Themen anhand anschaulicher Beispiele. Das konnten diverse Stilistiken sein, hauptsächlich aber machte er es an einzelnen Saxophonisten fest.

Egal auf welche Art und Weise du lernst und übst. Wichtig ist, dass du weißt, was du willst, dich auf ein, bzw. wenige Themen konzentrierst und fokussiert daran arbeitest.

Wichtig ist dabei auch, dass du dich selbst zeitlich nicht überforderst. Es hilft dir nichts, wenn du zwar an ein bis maximal zwei Dingen arbeitest, dann aber stundenlang daran „herumdoktorst“.

Deshalb, plane, was du, wie lange übst:

  1. Übraum: schaffe dir einen angenehmen Platz zum Üben. Du musst dich wohlfühlen. Am besten weit weg von Computer, Tablet und Handy. Bereite dir vor dem Üben etwas zu Trinken vor.Ich habe bei mir zuhause eine kleine Ecke in der ich übe. Da klingt’s gut, da steht’ne Palme (für’s Urlaubsfeeling;-) ), da stehen alle meine Instrument jederzeit griffbereit. Es ist hell, relativ ruhig und ich kann meinen Kaffee oder Tee so abstellen, dass wenn ich ihn umschmeiße, das Zeug nicht auf meinem Sax oder der Flöte landet!

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  2. Haltung: stell dich aufrecht hin, atme 3-4 Mal tief in den Bauch ein. So erinnerst du dich nicht nur selbst an die richtige Atmung, du kommst auch zur Ruhe.
  3. Thema: überlege, was du heute üben möchtest. Lege für einige Tage oder gar Wochen ein  großes Thema fest, z.B. deine Tonqualität. Dann spielst du hauptsächlich Tonübungen. Du wendest die meiste Übzeit für Übungen und Stücke auf, die dich dem genannten Ziel näher bringen. Trotzdem solltest du immmer noch -kurz- Technikübungen spielen und eben an Stücken / Improvisationen arbeiten.Hast du nur wenig Zeit, verkürzte die einzelnen Übphasen zu den jewieligen Themen im Verhältnis zueinander.
  4. Belohnung: spiele, worauf du gerade Lust hast! Belohne dich selbst für das gute und strukturierte Üben vorher. Vor allem wirst du merken, wie sich das Geübte auf dein Spiel und dein Spielgefühl auswirkt. Das ist extrem wichtig (auch für die Motivation).Ich spiele dann meist eine Improvisation in’s Blaue hinein, ohne Play-Along oder Ähnliches. Die ganz große Belohnung ist dann für mich die Entstehung eines neuen Songs.

Du musst auch bei Themen dranbleiben, die dir nicht so gefallen, die dir nicht leicht fallen. Dafür üben wir ja. Vor allem hier musst du fokussiert an einer Sache dranbleiben. Wenn du „eben mal schnell“ üben willst oder musst, lasse alle Theme außen vor, außer deinem Haupthema und der Haltungsübung. Letztere bringt dir in der Hektik erstmal die richtige Ruhe, um auch aus 5 Minuten Übzeit noch etwas Sinnvolles raus zu holen.

Wenn nötig schreib dir einen Übplan oder gehe nach einer im Lehrbuch niedergeschriebenen Methode vor.

So, und nun das Horns ausgepackt!

P.S.: Du kannst gerne im Kommentar deine Meinung und Erfahrungen beim Üben hinterlassen…mit oder ohne meiner eben geschilderten Anregungen.

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