Auch wenn es den Anschein hat: ich bin kein großer Freund von Anglizismen. Dennoch gibt es auch für das Thema dieses Blogartikels keinen anständigen deutschen Begriff, wie ich finde.

Wie dem auch sei, der Titel ist das Eine, der Inhalt das Andere!

Hier und heute geht es um die Spezies Bläser, die mehr als ein Blasinstrument spielen. Ich meine damit nun nicht Saxphonisten, die Alt, Tenor,Sopran und Bariton spielen. Nein, es geht heute um Musikerinnen, die z.B. Sax und Flöte oder Klarinette und Oboe usw, usf. spielen.

Ich selbst spiele aktiv in einem meiner Projekte (TablaScoop) Tenorsax, Querflöte und Didgeridoo. Auf der Studioplatte war dann noch die Bansuri mit dabei. Also sehr unterschiedliche Blasinstrumente, was den Ansatz angeht!

TablaScoop

Als ich mit dem „Doubling“ zu Studienzeiten anfing, fand ich den direkten Umstieg von Sax auf Flöte ziemlich happig. Meine Lippen (speziell die Unterlippe) schien durch das Saxophonspiel nicht mehr locker genug zu sein, um einen anständigen Ton auf der Querflöte hinzubekommen. Umgekehrt, von Flöte auf Sax, hatte ich keine Probleme.

Richtig extrem wurde es dann, als ich direkt im Konzert von Didgeridoo auf Flöte wechseln wollte. Ich habe natürlich schon während des Übens und der Proben bemerkt, dass meine Lippen durch das Didgeridoo sehr beansprucht waren und sich diese Beanspruchung schlecht mit dem Ansatz auf der Flöte vertrug. Abhilfe schaffte hierbei, die Setlist für’s Konzert so zu bauen, dass ich nicht direkt vom Didge auf die Flöte wechseln musste. Natürlich konnte das nicht die Lösung sein, denn man hat ja als Musiker eine gewisse Vorstellung von der Dramaturgie eines Konzerts und stellt sich entsprechend die Setliste zusammen. Und wenn dann eben ein „Flötensong“ gut als Nachfolger zum „Didgesong“ passt, muss das so sein und der Großkopf hat das gefälligst so zu üben, dass es klappt!

Also musste ein Plan ran, um die verschiedenen Ansätze und die Lippe entsprechend zu trainieren. Mein Plan dreht sich ausschließlich darum, das „Doubling“ zu trainieren, also flexibel vom einen auf das andere Instrument wechseln zu können. Was du inhaltlich auf dem jeweiligen Instrument spielst, ist hier nicht von Belang. Du kannst Tonleitern, Arpeggien üben, wie Etuden, Solotranskriptionen oder Standardthemen, genauso wie zu improvisieren, das Repertoire für das nächste Konzert zu üben.

Hier mein Plan für 4 Wochen (bei 5 Übtagen pro Woche/die Ziffern zeigen die Folge, welches Instrument zuerst geübt wird an):

Woche I:

Instrument 1. Tag 2. Tag 3. Tag 4. Tag 5.Tag
Sax 1 1 2 2 In ständigem
Didgeridoo 2 2 1 1 Wechsel
Flöte

Woche II:

Instrument 1. Tag 2. Tag 3. Tag 4. Tag 5.Tag
Sax 1 1 2 2 In ständigem
Flöte 2 2 1 1 Wechsel
Didgeridoo 3

Woche III:

Instrument 1. Tag 2. Tag 3. Tag 4. Tag 5.Tag
Sax 2 2 2 2 1
Didgeridoo 3 3 1 1 3
Flöte 1 1 3 3 2

Woche IV:

Instrument 1. Tag 2. Tag 3. Tag 4. Tag 5.Tag
Sax 1 3 3 3 3
Didgeridoo 3 1 1 1 1
Flöte 2 2 2 2 2

Die Länge einer Übsession ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Egal ob du 3 Stunden übst oder nur eine halbe Stunde. Wichtig ist, dass jedem Instrument der gleiche Zeitraum eingeräumt wird! Beispiel: 2 Stunden üben → 1h Sax, 1h Flöte

Meiner obiger Übplan ist lediglich ein Plan, um das Doubling zu trainieren, zwischen allen Blasinstrumenten, die du spielst, flexibel wechseln zu können.

Dass du deine Fertigkeiten und die individuellen Ausdrucksformen auf jedem einzelnen Instrument eingehend übst, versteht sich hoffentlich von selbst!

So und hier jetzt mal zwei Songs von und mit mir, bei denen ich „double“

….mit Dubbing 😉