Ich habe neulich gelesen, dass wenn du einen bestimmten Ablauf, einen festgelegten Plan während deiner Morgenroutine verfolgst, du länger schlafen kannst! Ja und warum? Weil du ein Ziel verfolgst, auf dem Weg zu diesem Ziel nur das tust, was nötig ist, um es zu erreichen. Weil du die Dinge routiniert angehst und vor allem ohne Schnörkel und Schnick-Schnack geradewegs deinen Plan verfolgst, um dein Ziel zu erreichen. Die einzelnen „Arbeitsschritte“ greifen somit ineinander, wie die Zahnräder in einem Getriebe…welches läuft wie geschmiert, versteht sich. Man arbeitet absolut fokussiert.

Das Gleiche gilt für’s Üben. Ja, ich weiß „üben nach Plan“, das klingt nicht wirklich spannend, nicht kreativ, nicht nach Etwas das Spaß macht. Aber es macht Spaß, denn du kommst in einen Flow. Du musst dir nicht überlegen, was du heute üben möchtest, bzw. welche Übungen mache ich nun, um z.B. meinen Ton zu verbessern. Bei diesem Beispiel überlegst du dir einmal, welche Dinge du übst – oder lässt das deinen Lehrer machen, oder mich 😉 -. Alles, was danach kommt, ist pures Spielen oder auch Üben von der ersten Sekunde an! Und das jeden Tag, denn der Plan automatisiert sich nach ein paar Tagen.

Wenn du einen Trainingsplan für deinen Fortschritt am Instrument hast, arbeitest du zielgerichteter. Hast du die richtigen Methoden zur Hand, erreichst du schneller und vor allem fundiert dein Ziel. Dein Plan sollte dir auch sagen, warum du eben genau mit diesen Übungen dein Ziel erreichst. Dir werden also so „nebenbei“ musikalische und instrumentaltechnische Aspekte und Zusammenhänge klarer.

Du beschäftigst dich fokussiert mit den wesentlichen Dingen, die zum Erreichen deines Ziels notwendig sind. Dein Üben automatisiert sich genauso, wie sich das Geübte automatisiert und du diese Dinge anschließend in deinen musikalischen Ausdruck, in deinen Ton, dein besseres Timing etc. einfließen.

Um als Saxophonist im „Saft“ zu bleiben, sind viele Dinge täglich zu spielen, die nicht unbedingt gut klingen, die auch nicht so reizvoll sind zu spielen. Gerade diese Themen müssen planvoll und damit effizient angegangen werden. Dir muss nicht nur intellektuell klar sein, warum du genau diese Übung machen musst, du musst es auch hören! Du wirst es auch hören….evtl. nicht gleich von Anfang an.

Ein weiteres „Pro“ für den Übplan ist die Zeit! Die wenigsten Menschen haben täglich die Zeit und Muse , sich stundenlang mit einem einzigen Thema zu beschäftigen. Ob Anfänger, Semi-Profi oder Profi, ständig gibt es viele andere Dinge, neben dem Musizieren zu tun. Gerade hier ist es ganz wichtig, dass du die Zeit, die dir zum Üben bleibt nutzt, sinnvoll füllst mit den Dingen, an denen du gerade arbeitest. Wenn du beispielsweise ein großes Repertoire in einer neuen Big Band erarbeiten musst, ist dies meist relativ kar: man nimmt sich diesen Berg an Noten zur Brust und übt eine Komposition nach der anderen durch. Einmal die Woche, während der Probe merkst du dann, ob du dein Ziel erreicht hast. Du stellst beispielsweise fest, dass du noch am Tempo einiger Songs arbeiten musst und gehst anschließend mit dem Plan nach Hause „Song X mit Metronom üben, in 6 Tagen im Originaltempo spielen können.“ Genau so musst du an jedes Übthema rangehen! Hast du nicht täglich 5h Zeit zum Üben, musst du dir einen strikten, zeitlich realisierbaren Plan erstellen, um deine Übzeit für dieses Ziel effizient zu nutzen. Oder du erstellst dir einen Übplan, um täglich stundenlang einfach nur rumdudeln zu können und gerade das zu spielen, was dir so einfällt….eine paradiesische Vorstellung!

Andere Themen erforden dann eben nicht nur eine zeitlich sinnvolle Planung. Auch thematisch musst du dir im Klaren sein, was du üben kannst, sollst oder musst. Ein guter Übplan macht die Arbeit am Instrument und der Musik nicht nur effizienter und zieführender, sondern macht auch mehr Spaß!

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Solltest du keinen Lehrer haben, der dir einen Plan erstellt oder dir dabei hilft, ich tu das gerne 😉