Ein abgedroschener Ausdruck „Back to the roots“. Dennoch habe ich gerade wieder festgestellt, dass es -zumindest für mich- ein sehr lehrreicher Weg ist.

Mit jedem Schüler, vor allem den Anfängern, wird mir wieder und wieder bewusst, wie wichtig es ist, an den „Basics“ zu arbeiten:

Wie halte ich mein Instrument?

Wie ist meine Körperhaltung?

Wie ist mein Körpergefühl beim Spielen?

Wie atme ich?

Wie ist mein Ansatz?

Ich kann mich noch gut an meinen allerersten „Anfängerschüler“ erinnern. Er kam rein, wir quatschten ein bisschen, ehe ich zu ihm sagte „Na dann pack mal aus.“ Er öffnete seinen Koffer und sah hinein, als ob er darauf warten würde, dass der Geist aus der Flasche herauskäme. In Wirklichkeit wartete er natürlich nicht auf einen Geist, sondern auf mich, dass ich ihm erklärte, wie nun das Saxophon zu einem spielbaren Instrument wird!

So ging es munter weiter: warum kommt ein Ton raus wenn ich da reinblase und warum manchmal nur heiße Luft? Warum quietscht das manchmal, warum flattert der Ton ab und an so seltsam?

Da machte ich mir das erste Mal seit Jahren wieder klar, was ich täglich einfach so, mal nebenbei abspule: das Saxophon zusammebauen, reinblasen, los geht’s!

In den letzten Monaten, es kann auch schon über ein Jahr sein, habe ich in mein Übprogramm nicht nur Dinge und Themen eingebaut, die ich noch nie geübt habe, die komplett neu für mich sind. Nein, ich übe auch immer wieder Dinge, die vielleicht eher ein Anfänger oder fortgeschrittener Anfänger spielen würde:

  • vermeintlich einfache Technikübungen mit „einfachen“ Durtonleitern: verschiedene Intervalle (gute Gehörbildungsübung!), etc. pp.

  • harmonische Zusammenhänge: Songs & Standards, die man, da im Studium zu Tode geübt, nur noch abspult und somit immer das gleiche Gedudel dabei rauskommt. Da spiele ich über die Changes erstmal nur die Grundtöne, dann die Terzen, Quinten und Septimen, dann die Guide-Tones. Und plötzlich wird das Ganze wieder offener für wirklich Neues.

  • Versuche mal in Improvisationen ganz einfache Melodien zu spielen. Lass ein Solo über einen Standard wie ein Kinderlied klingen, das man ganz leicht mitsingen kann….das kann mitunter ein richtiger Kraftakt werden! Eben ein richtige Sax-Workout!

Ich versuche beim Üben nicht mehr der schnellste Saxophonist zu sein, oder das rhythmisch und harmonisch abgefahrenste Solo zu spielen….okay manchmal gehen die Pferde mit einem durch 😉

Letzendlich geht es darum MUSIK zu machen. Es geht nicht um Akrobatik oder olympische Disziplinen. Dennoch, wer langsam und konzentriert, mit offenen Ohren übt, kan aus der Akrobatik schöne Musik zaubern!

Wie war das?

Wenn du es nicht langsam spielen kannst, kannst du es auch nicht schnell spielen!“

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